Regennasser Wind durchfährt die Weite, und auch mein Leben, hat Arbeit und demnächst auch Wohnung hinweggewirbelt. Unwillkürlich kommt einem Rilkes Herbstgedicht in den Kopf:
"Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben"

Steht man am Nullpunkt, ist es am besten, eine Reise zu machen. Die kleine Hexe, die alleine auf der Weide fror, geht nun wieder zur Schule, und ich - ich bin halt mal nach Deutschland geflogen, zum Lektorat mit noch viel Arbeit, Sinnsuche, Ideensuche und was man sonst noch in 2 Wochen so erledigen kann.
Die erste Station war Berlin, mit einer wundervollen Ferienwohnung im Altbau ... ein kleines Refugium, denn die Megalopolis Berlin macht einen Wahlwikinger ja völlig fertig ;-)
Der Versuch, meinen Verlag mit der U-Bahn zu erreichen, endete für horrendes Geld im Taxi. Der Versuch, danach schön touristisch Unter den Linden und durchs Brandenburger Tor zu bummeln, endete in Verwirrung irgendwo keine Ahnung, aber dann war da ein Fluß und ein Dom und ein Schiff und ich hab mich diesen beiden Skippern anvertraut.

Die MS Franziska weckte Kindheitserinnerungen an die gleichnamige TV-Serie (damals wollte ich noch Rheinschiffer werden) und es hat richtig Spaß gemacht, sich zu den ironischen Bemerkungen des Sprechers Berlin, OstWest-Geschichte und deutsche Großmannssucht, Gigantomanie und Steuergeldverschwendung vom sicheren Wasser aus anzuschauen.
Habe ich jemals soviele Überwachungskameras gesehen???






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