Sunday, August 28, 2011

Nightmare - Albtraum

Wie die Nacht auf schwarzen Schwingen
fliegt ein Traum in deinen Geist.
Um Entsetzen dir zu bringen,
dich aus deinem Leben reißt.





Diese letzten Tage vor Buchabgabe sind der Alptraum schlechthin.
Mein Körper spielt verrückt, gehorcht nicht mehr. Herzschmerzen und nervtötender Husten verselbstständigen sich, Angst und Stress verwandeln mich kontinuierlich in etwas, das nicht mehr mir selbst gehört.
Die Angst blockiert immer mehr die Gedanken, ich stecke fest und weiß momentan nicht, wie ich da herausfinden soll. Wie es scheint, ist die neunschwänzige Katze, meine hässliche Begleiterin in diesem Buch, bei mir eingezogen und hat sich vorgenommen, mich fertig zu machen.

Die Einsamkeit ist schier unerträglich, Lärm allerdings auch. Als vorgestern die Wochenendnachbarn fröhlich lärmend einfielen, bin ich fast ausgerastet und hab mich mit meinem Laptop und einem Verlängerungskabel in den alten Pferdestall gesetzt. Fanden alle bizarr bis bekloppt, aber ich konnte dort ein Kapitel fertigschreiben. Oddur Góttskálkson hat schon vor 500 Jahren sein Neues Testament im Kuhstall übersetzt - so what?

Der gestrige Nervenzusammenbruch ließ mir gerade noch genug Kraft, um rüber auf die Weide zu stolpern. Dort steht ein schwarzes Einhorn, das schon von weitem sieht was du brauchst. Mit einem zärtlichen Pferdekopf im Schoß für die längsten Minuten meines Lebens fand ich wieder ein wenig Ruhe.

Und Island schaut zu wie du weinst.
Es fällt zuviel Regen auf dieses Land, als daß deine Tränen für irgendwen eine Rolle spielen.
Niemand streckt die Hand hier aus.
Es ist die Erde die dich auffängt, es ist der Wind, der dich vorwärtstreibt und der dafür sorgt, daß du am Leben bleibst.
Es ist das Licht, das die Alpträume schluckt.
Es bist allein du, der dich vor dir selber rettet. Niemand sonst.







Es hat gut getan, sich aufzuraffen und in den Wald zu fahren (ja, sowas gibt es hier, richtig mit Bäumen und Duft von Moos und Unterholz, und mit Pilzen, Beeren, Füchsen ...) und wie vor vielen Jahren in einem anderen Leben ein Feuer anzuzünden.

Feuer ist toll. Man kann Dinge hineinwerfen, und auch Gedanken.







Doch Dramaqueen, die ich wohl bin, hat mir das Feuer keine ruhige sondern eine ätzende Nacht geschenkt, vom vielen im Rauch hocken und Glut anpusten hatte sich die Lunge belästigt gefühlt, und mein verfluchter Husten hat vermutlich nicht nur den Nachbarn sondern auch die Sterne vom Schlafen abgehalten. So hat der Nachbar wenigstens gemerkt, daß ich noch lebe.


Nun ist ein neuer Tag.

Der Knoten sitzt weiterhin im Kopf.

Nicht gut.




5 comments:

  1. Ach je, was soll man dir aufmunterndes schreiben..

    Der Weg ist das Ziel liebe Kata und du bist fast angekommen... Kopf hoch! Du schaffst das !
    Du hast das Glück an einem der inspirierensten Orten der Welt zu leben ! STell dir vor wie es dir jetzt in D gehen würde !
    Ég sendi þér innblástur, heppni og gott taugar

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  2. Ach ja. In Deutschland gäbs jetzt Leute, die dir eine heiße Suppe brächten und dir den Air-One-Inhalator ausleihen würden. Leute, die dir auf den Rücken klopfen würden und dir sagen würden: Mädel, du kennst das doch schon - mach nicht so ein Drama draus. Und Menschen, die mit Schoko und Cremant vorbeikommen würden, um dir dein Hirn für zwei Stunden freizupusten. Leute, dir dir ohne dich zu bedauern und dich zu bemittleiden, ein bisschen Druck machen würden, damit du die Kraft hast, zu tun, was du tun kannst.
    So wäre das hier.

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  3. kopf oben halten! ja, es ist das land, das einem kraft gibt, es ist der wind, der dich vorwärts treibt und es sind die pferde, die dich zurück ins leben holen. das ist eine lektion, so hart sie auch ist, das land macht die menschen hart und wers nicht packt, geht unter. verlass dich nicht auf andre, du bist selbst stark genug, auch wenn dus vielleicht in schlechten zeiten nicht glauben magst. aufgeben gilt auf der insel nicht...heads high ;-) das wird schon, vor allem mit so vielen lieben gedanken, die an dich gesendet werden.

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  4. Klingt ein bisschen wie die letzte Phase der Geburt eines Babys, wenn frau auf einmal glaubt, nicht mehr zu können und zu wollen. Es gibt da nur mehr eine Richtung, die nach vorne...
    Wie snae sagte, du bist stark und wir fiebern mit dir zur Buchabgabe...
    Grüße das Einhorn und halt die Ohren steif!!!

    Elisabeth

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  5. kenne alle symtome....ohne ein buch abzuliefern. sollte ebenfalls eine angst dieses auslösen? ich denke kreative menschen, haben eher mal diese gefühle!
    alles gute und entspanntws WE

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