Saturday, February 19, 2011

Ein besonderer Geburtstag - a special birthday

In Reykjavik hat es heute einen ganz besonderen Geburtstag gegeben: die FT - Félag Tamingamanna, die Gemeinschaft der Pferdeausbilder Islands - feierte 40. Jubiläum und hatte mit großem Programm eingeladen. Ich wäre wohl auch zu Fuß dort hin marschiert, denn wann bekommt man mal die Créme der Ausbilder alle auf einem Haufen zu sehen?
Und wir wurden nicht enttäuscht - man präsentierte den Status Quo der isländischen Reitkunst 2011 und aller Unkenrufe und deutscher Besserwisserei zum Trotz braucht sich auf der Insel niemand zu verstecken. Wer hier gutes Reiten lernen will, kann durchaus fündig werden.
Natürlich finden kritische Geister wie ich immer was zum kritisieren ;-)
Es gab Pferde, die beim Longieren über die Schulter wegrannten und geradeaus im Kreis liefen.
Es gab aus berühmtem Munde (Eyjolfur) eine neue Art, über lebendige Zügelverbindung zu sprechen, die ich mal "veredeltes Riegeln" nennen möchte.
Es gab Reiter, die versuchten mit der unseligen Islandstange ein Pferd biegend zu arbeiten und versagten.
Es gab Großmeister, die jedes ihrer eigentlich guten Worte durch Taten Lüge straften, und einen Vortrag über losgelasssene weiche Arbeit mit einem völlig verspannten Pferd mit der Nase auf der Brust illustrierten.

Aber es gab auch schöne Anblicke - und davon heute mehr, weswegen die Negativa nicht so ins Gewicht fallen.
Wir sahen viel überzeugende Schrittarbeit. Es gab junge Reiter, die ihr Pferd in ruhiger Schönheit auf gebogener Linie geradezurichten wussten, und die sowohl in Tölt als auch in Trab überzeugten. Vielleicht weil ihnen jede deutsche Verbissenheit fehlt, die aus Reiten so schnell jene Zwangsjacke macht, welche die Pferde in mentale und geistige Verspannung führt.
Thorarinn Eymundsson war mein persönliches Highlight - nachdem ich ihn für einen Töltartikel interviewt hatte und ihn aber nur von Turnieren her kannte, zeigte er heute zum Thema feinen Zügelkontakt und Harmonie eine atemberaubend schöne Darbietung aus Biegungen im Schulterherein auf dem Zirkel, aus denen er einen Tölt entwickelte wie man es sich erträumt. Und als er über eine lange Oberlinie sprach, hatte sein Pferd tatsächlich eine, und der Rücken zeigte Bewegung.




Benedikt Lindal, der große Mann der fröhlichen Jungpferdearbeit, zeigte seinen Weg am Knotenhalfter und entwickelte aus einem fast rohen Jungpferd einen Kameraden, den er am Schluß im gegenseitigen Einverständnis als Handpferd neben seinem Reitpferd laufen ließ.
Man muss nicht alles gut finden was er macht, mich beeindrucken vor allem seine Ruhe und die positive Ausstrahlung, die die Pferde sofort positiv beantworten.




Den Abschluß der Geburtstagsfeier (mit erfrischend wenig Ehrungen und Reden) bildete ein neuerschaffener Turnierzweig: die "Hestamennsku FT". Eine Reitpferdeprüfung auf isländische Art: es gibt nur wenig Regeln, dafür Pluspunkte. Der Fokus liegt auf "samspel" und Balance.
In 8 Minuten kann der Reiter zeigen, was er mit seinem Pferd drauf hat. Vier Gangarten müssen dabei sein, und ein Zügel aus der Hand kauen im Schritt - der Rest ist völlig frei zu gestalten. Pluspunkte gibt es für einhändiges Reiten, gute Musik, Reiten ohne Nasenriemen, Reiten in der Hallenmitte.
Ansonsten sind alle Lektionen erlaubt. (Ok, ein wenig mehr Regeln gibt es schon, ich bin dabei das Regelwerk zu übersetzen und werde es bei Gelegenheit verlinken)
Am Schluß jeder Prüfung erhält der Reiter öffentlich einen ausführlichen Richterkommentar, wie man es von den Barockturnieren kennt.
Nach anfänglicher Skepsis entpuppte sich diese Prüfungspremiere vor stark reduziertem Publikum als Offenbarung von Reitkunst im wahrsten Sinne des Wortes. Dressur mit feiner Hand auf Islandkandare ist möglich - ein wohltuender Anblick für alle, denen die Heizerei auf der Ovalbahn zum Hals heraushängt.
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Wir sahen bis auf eine Ausnahme durchlässige, losgelassene Pferde, die unter entspannten, gut sitzenden Reitern ihre Kür in schimmernder Schönheit liefen. Anton Páll Nielson machte den Anfang und krabbelte zum Entzücken der Isländer erst mal unter seinem Pferd hindurch, bevor er losritt - mein Favorit war Thorstein Björnsson, der (zu meinem Entzücken) begleitet von 'Nessun dorma' seine Darbietung von Anfang bis Ende auf Kandare einhändig ritt und auch in hohem Tempo mitsamt seinem Pferd äußerste Eleganz und Präzision bewahrte.
Mette Manseth trat mit zwei Pferden an und zeigte Handpferde-Reitkunst auf höchstem Niveau, sie drehte ihre beiden Pferde, als seien sie eins und demonstrierte, wie "samspel" - Harmonie - aussehen kann.
Beide Reiter erhielten tosenden Applaus für ihre Kür.



Die neue Prüfung lässt hoffen. Sie beendet die unerträgliche Hetzjagd des Gaedingafimi. Die Reiter trauen sich, ihre Pferde in Ruhe vorzustellen, weil Vertrauen bewertet wird. Losgelassene Islandpferde sind ein viel zu seltener Anblick.
Die Regelfreiheit erlaubt jedem Reiter, seiner Prüfung eine individuelle Note zu geben, die der Persönlichkeit seines Pferdes entgegenkommt. Ob Kunststücke, Dressurlektionen, Bodenarbeit, Gehorsam oder Spielerei, alles ist im Rahmen der mageren Regeln erlaubt.
Damit gibt es kaum Langweile und kein Korsett, in welches Pferde hineingezwängt werden, denen das Talent für Lektionen fehlt, denn jedes einzelne Pferd hat seinen eigenen Stern unter dem es in den 8 Minuten strahlen kann.
Ich würde mir so eine Prüfung - gepaart mit ein wenig isländischer Gedankenfreiheit und Spieltrieb - für Deutschland wünschen.

Wednesday, February 16, 2011

Tangó!

Durch meine Übersetzungstätigkeit für icelandreview.com finde ich immer mal wieder interessante Nachrichten, die einem außerhalb von Reykjavik entgehen würden, wenn man nicht täglich das isländische Nachrichtennet komplett durchstöbert.
Im Idnó-Theater http://www.idno.is/ am Ufer des Tjörnin fand heute abend ein ungewöhnliches Konzert statt - Tango Argentino in Island!
http://www.tangoextremo.com/Tango_Extremo/Home.html
Das Idnó ist ein kleines Wohlfühltheater mitten in der Stadt, also für jeden gut zu erreichen, und bis 3 Minuten vor acht betrachteten wir entsetzt die 8 Zuhörer im Saal. Um fünf Minuten später über deutsche Pünktlichkeit zu lachen, denn da saßen dann doch an die 50 Leute hinter uns, offenbar alle in den letzten fünf Minuten über die Kasse hergefallen.

Extremo war Programm - wir wurden in der ersten Hälfte nicht ewa mit klassischer Milonga beschallt, sondern mit Weltmusik in Tangoform, begleitet durch eine Videoinstallation alter Filmsequzenzen, und mehrfach auch durch das hervorragende Tanzpaar Gabriela und René.

Der Sopransaxophonist erklärte mir in der Pause, sie reisten durch die ganze Welt (ihre Tourneen führten sie nach Botswana, Südkorea, China und Russland), brächten aus all diesen Ländern traditionelle Musik mit und versuchten sie in Tango umzuschreiben. Den Russen hätten sie Tschaikowskys Schwanensee "tangoisiert" - ihre Version passte auch hervorragend ins Theater am Tjörnin. Tango sei eine attitude, betonte der Musiker. Keine wirkliche Musikrichtung.

Und so gab es ernsthaft auch einen Blues-Tango, inspiriert durch die Straßen von New York, umgeschrieben in Buenos Aires, interpretiert durch Holländer. Aufgeführt in Reykjavik, kurz vorm Polarkreis.
Ja, Tango ist eine attitude ;-)






Im zweiten Teil boten sie dann ganz klassische Milonga, die Stühle wurden für das Tanzcafé an die Wand gerückt, und wir dachten noch, na wie peinlich, so eine leere Tanzfläche.
Doch man unterschätzt die Wikinger immer wieder - bei der zweiten Milonga sprangen etwa 10 Paare gleichzeitig auf und mein erster Eindruck bestätigte sich - die Damenschuhe waren tatsächlich Tanzschuhe. Und es wurde uns ein Tango Argentino auf isländisch geboten, daß wir nur noch staunten. Offenbar gibt es in der Stadt eine lebendige Tangoszene - der Tanz sprach von Hingabe und Übung.




Leider bleibt den Vollblutmusikern nur ein halber Tag in Island, denn morgen abend fliegen sie weiter nach Grönland, wo sie sogar zwei Konzerte geben.
Uns hätte ja brennend interessiert, wie lebendig die Tango-Szene in Nuuk ist :-)

Tuesday, February 15, 2011

Vulkane im Garten - vulcanoes in the garden

Nur die Hart'n komm in Gart'n.
Wir leben hier im Garten eines der gefährlichsten Vulkane Islands, Mýrdalsjökull. Ein großer Ausbruch kann den gesamten Süden der Insel mit Asche schwarz färben, katastrophale Aussicht, vor allem was die Viehhaltung angeht (Vieh=Pferd. Meins auch.). Ich gestehe - ich find das Thema trotzdem spannend und gucke hier mindestens einmal am Tag rein:
http://www.vedur.is/skjalftar-og-eldgos/jardskjalftar/myrdalsjokull/
Möglicherweise hinterlässt so eine lebenslange Prospektive langfristig Spuren in den Menschen der Region.

Von einem Fest wurde mir eine Unterhaltung über mich, die deutsche Frau, zugetragen.
Wie es mir eigentlich so gehe, sei gefragt worden. Naja, frag sie doch selber, du weißt ja wo sie wohnt. Jaaa, es ist ihr im Januar wohl schlecht gegangen, man hat sie kaum gesehen. Warum bist du nicht mal gucken gegangen? Nnnnein, man habe genug eigene Probleme. Hm, sie ist halt einsam und es ist schwer, hier draußen auf dem Land Kontakt zu finden. In Deutschland laden wir neue Nachbarn ein oder nehmen sie zu Festen mit, um den ersten Schritt zu erleichtern.
Antwort: sowas machen wir hier in Island nicht. Außerdem kann sie ja eh kein isländisch. Achso, aber du könntest ja mal mit ihr reden, dann lernt sie es schneller.
Nein, sagte das Gegenüber, dazu habe sie keine Lust.

Nachdem mich das erst sprachlos gemacht hat, muss ich inzwischen darüber lachen, weil es in seiner Unverblümtheit so unglaublich bizarr ist. Auch nach 1,5 Jahren bin ich hier nur die þýska kona, die deutsche Frau, die man für ihre prompte Hilfsbereitschaft durchaus schätzt und sie gerne annimmt, ob es um Pferde einfangen, hustende Fohlen abhören, ihnen Spritzen verabreichen oder große Pakete mitbringen geht.
Die man aber vom sozialen Leben ausschließt, ohne daß ein Grund dafür erkennbar wäre. Ich lebe alleine und habe im Unterschied zu vielen Pferdemädchen keinen Familienanschluß. Würde mir etwas passieren, würde sich in meinem Umfeld vermutlich kaum jemand drum scheren. 'Beiß' dich durch' heißt die eine Lektion der Insel, 'jammer nicht' die andere. Wer es nicht schafft, hat es eben nicht geschafft.

Island ist eine Insel ohne jede Immigrationsgeschichte. Man schätzt die Polen für die Arbeit, die man selber nicht verrichten möchte, und die Touristen selbstverständlich auch - ansonsten braucht man tendentiell eher niemanden, es ist ja 1000 Jahre lang ohne gegangen. Man ist sich selbst genug, auf eine ruhige, selbstverständliche Weise, die mir durchaus imponiert.
Macht der útlending sich das aus der Geschichte klar, ist es weniger verletzend. Aber es schmerzt trotzdem, weil es sich für den Kontinentaleuropäer, der in höflicher und zugewandter Kinderstube aufgewachsen ist, respektlos anfühlt.
Diese Lektüre hilft, zumindest manches zu verstehen:
http://www.amazon.de/Wasteland-Words-Social-History-Iceland/dp/1861896611
Ich versuch trotzdem, mir meine Fröhlichkeit zu bewahren, und vermutlich werde ich mich in zehn Jahren oder so wundern, was ich damals bloß für merkwürdige Probleme gehabt habe.

Und wieder einmal darf man darüber nachdenken, wie wir bei uns in Deutschland eigentlich Fremden und Ausländern begegnen - wie offen wir sind?
Und wo bei uns die Vulkane im Garten stehen ...






Heute morgen tobten Schneewinde über Mýrdalsjökull, die Luft war so klar, daß man einzelne Felsbrocken erkennen konnte. Und man konnte sich ausmalen, an welcher Stelle wohl der nächste Vulkanausbruch stattfinden wird ... und ob man ihn wird sehen können.

Gestern abend rief das Nordlicht mich aus dem Haus (während - wie sollte es anders sein - die Nachbarn beim Essen zusammen saßen). Das Valentinslicht tanzte dafür ausgelassen über den Himmel und malte Blumen ans Firmament. Natürlich ist man immer zu spät - als ich die Kamera endlich hatte, waren nur noch die Blumenstengel übrig ;-)
Aber selbst die waren noch ziemlich imposant.





Aber so kalt und windstill wie es im Moment ist, wird es in den kommenden Nächten sicher weiter nordlichtern.
Das ist der Grund warum man hier ist. Auch wenn Island menschlich gesehen ein kühler Ort ist. Es erdet einen auf geradezu magische Art und Weise.
Und an keinem Ort fühle ich mich so in Gottes Hand wie hier.

Hvað boðar nýárs blessuð sól?
Hún boðar náttúrunnar jól,
hún flytur líf og líknarrád,
hún ljómar heit af Drottins náð. (Sálm 104)

Monday, February 14, 2011

groovy

So wie nachts das Nordlicht über dem Vördufell, unserem Hausberg, herumtanzt, so malt tagsüber der Winter seine Bilder auf die Hänge. Vördufell ist der schönste Anblick aus meinem Küchenfenster, meditativ und aufregend zugleich - und immer anders als am Vortag.
Auch anders als vor einer Stunde - gestern bin ich dreimal zu Spaziergängen aufgebrochen und musste sie dreimal mit Schnee bzw Hagel im Nacken abbrechen, bevor ich den Fluß erreichte. Beim dritten Versuch hatte ich die Geschwindigkeit der nahenden Schneewand immerhin richtig kalkuliert und erreichte das Haus trockenen Fußes.





Alles ist hier ein wenig kleiner, oder größer, oder ein wenig anders.
Vorgestern abend gab es die zweite Vorausscheidung für den European Songcontest - alljährlich Grund für nationale Hysterie, weil soviele Künstler mitmischen und man mit Sicherheit einen kennt, der mitspielt oder zumindest jemanden kennt, der mitspielt.

In diesem Jahr gewann ein Lied, welches nicht um des Liedes willen gewählt wurde, sondern der Umstände wegen: der noch sehr junge Komponist, der auch selber hatte singen wollen, war vor einigen Wochen an einem Schlaganfall verstorben, und nun hatten seine Freunde den Plan aufgegriffen und das Lied produziert.
Also - wenn das kein Grund ist, es in die europäische Schmalz-Konkurrenz zu wählen???





Da die Norweger aber mit einem ähnlich infantilen Habababa-Song antreten, und die isländische Band zwar nichts von der schreibunten Walküre Hera Björk hat, dafür an bajuwarische Schrammelbrüder erinnert, verspricht die Veranstaltung diesmal äußerst amüsant zu werden.
Meine beiden Favoriten waren aus Zuckerguß (Nótt: Die Nacht ist so dunkel, du bist die Erinnerung ...)
und salziges Popcorn (Ef ég hefdi vaengi: Wenn ich Flügel hätte, würde ich durch die Dunkelheit zu dir fliegen ...)
Ich bekenne mich dazu, solche Texte ganz wundervoll zu finden.
Beide Leider leider unter ferner liefen.
Habababa-bla.
Hoffen wir, daß ich in diesem Jahr einen gastfreundlichen Fernseher finde, um das große Ereignis verfolgen zu können. Ansonsten überträgt selbstverständlich auch der staatliche Rundfunk nonstop und ungekürzt ;-)

Friday, February 11, 2011

Cold mountain

Nein, nicht meine Haustür.
Aber eine aus der Nachbarschaft.
Wo man bei uns sagt, daß Gras über eine Sache wächst, wächst in Island Eis über etwas.
Wo man bei uns lange auf ein Kamel warten muss, schmilzt das Eis hier an einem Tag.





Der Schnee schlug mit voller Keule zu, harmlose drei Tage. Ich blieb zunächst daheim, dann musste ich aber doch fahren und blieb prompt im Tiefschnee stecken. Weit und breit kein Haus, kein Nichts, dafür Wind, der nur noch mehr Schnee auf den Weg kehrte ... und ich ohne die Telefonnummer meines Zielhofes. Und natürlich auch kein Spaten im Auto. Da bekommt man wieder mal Respekt vor dieser verfluchten Natur und überdenkt den Inhalt des Kofferraums.
Zum Glück standen mein sportlich-flacher Mazda und ich am Berg, wir ließen uns rückwärts rollen und beim dritten Anlauf schafften wir mit heulender Kupplung und grimmigem Gas den Aufstieg.

Merke: hier kann man sich durchaus verlaufen.



Und wem die Insel nicht spannend genug ist, der macht sie sich spannend.
So gerade geschehen in Großbritannien, wo das Interview eines isländischen Vulkanologen fehlgedeutet wurde und in einen Vulkanausbruchshype mündete. Große britische Tageszeitungen sahen schon den Megaausbruch am Vatnajökull bevorstehen, selbst ich erwischte mich dabei, bei wikipediea über Bárdarbunga nachzulesen, obwohl mich diese ganzen Vulkandinge eigentlich kalt lassen, ich finde deutsche Gewitter viel schlimmer und Vulkane vor allem interessant, aber nicht beängstigend.
Und dann war alles nur ein hype.
Flugs regnete es dementis, und den Stress, was diese britische news-Panne für den isländischen Sommertourismus bedeuten würde, konnte man buchstäblich in der Luft spüren.
In Island wackelt es halt immer wieder, und manchmal geht die Erde auf und guckt was oben so abgeht.
Das schöne ist: niemand würde auf der Insel auf die Idee kommen, darüber zu jammern.
Passiert halt. Vulkanausbruch. Überschwemmung. Sturm. Schneesturm. Ist halt so.
Sie haben ein Wort dafür: leidinglegur - langweilig. Das Gegenteil von skemmtilegur - spaßig.
Das mag ich so an dieser Insel. Es gibt keine Dramen. Davon kann man lernen.

Saturday, February 5, 2011

Schnee für Aschenbrödel

Der Schnee hat uns erreicht.
In voller Länge und Breite, und vor allem Tiefe.
Letzteres dergestalt, daß ich nur weiß, wo sich meine Japanschüssel verbirgt ,weil ich mir den Platz gemerkt hab, wo ich sie vor 3 Tagen abgestellt habe.

Heute morgen schaltete der Vördufell seine Lampe an, um zu zeigen daß er porentief rein und mit Perwoll gewaschen ist.





Danach spielte die Sonne selbstvergessen mit ihrem Licht herum, ließ es im Schnee herumtollen und guckte zu was daraus wird.



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Die Pferde finden den Schnee lustig. Ich hab einen langen Spaziergang durch den Tiefschnee gemacht (zT bis Knie) und der Jährling begleitete mich den ganzen Weg über, mal rechts, mal links, mal hinter mir, eifrig quatschend, was er sieht und ob ichs auch seh und guck mal das da und Schnee kann man essen, wusstest du?



Ein Aschenbrödel-Tag.
Leider fehlt wie immer das Pferd, um im Schnee zu reiten.