Friday, December 24, 2010

Chrismas - Weihnachten

Was hatten sie uns nicht alles vorhergesagt, Schnee, Schneesturm, Sturm, fiesestes Wetter in Sudurlandi - und?
Nix.
5 Grad, grauer Himmel.
Wobei wir ja gelernt haben, den Tag nicht vor dem Abend zu loben und vielleicht bekommen wir unseren Schnee ja doch noch, und mehr davon als uns lieb ist, Zauberlehrling, die Geister die ich rief und so. Wie auch immer - thetta reddast.
Das Land ist ganz still, bereitet sich auf die große Festschlacht vor.
Irgendwo lag da ein Kind in der Krippe.
Und Engel sangen auch.
Friede war.

Ich schicke allen Lesern mit diesem Lied einen schöööönen weihnachtlichen Gänsehautschauer

http://www.youtube.com/watch?v=LSasO7IXJIU

mögt ihr gute Tage haben, im Kreis eurer Lieben und umgeben von lauter guten Dingen.

Gledileg jól - Frohe Weihnachten - Merry chrismas!





Tuesday, December 21, 2010

Dansaðu vindur

Selten bringt ein Weihnachtslied das Herz so zum tanzen wie diese Version von Eivör Pálsdóttir, "Dansadu vindur" beim letztjährigen Frostrósir-Konzert in Island.

http://www.youtube.com/watch?v=aTI2SA1HFcE

Hier kommt der Text, auf isländisch, (deutsch und englisch stammen von mir, nicht in Reime gefasst)

Dansaðu vindur
(Text: Peter Grönvall&Nanne Grönvall, Musik: Kristján Hreinsson, Sänger: Eivör Pálsdóttir)

Kuldinn, hann kemur um jólin
med kolsvarta skugga.
Krakkarnir kúra í skjóli
hjá kerti í glugga.

Ref 1:
Vindur, já dansaðu vindur,
er vetur og kuldi gefa nýjan þrótt.
Vindur, já dansaðu vindur,
vertu á sveim' um kalda jólanótt.

Núna nístir í snjónum
um nóttina svörtu,
nærast á takti og tónum
titrandi hjörtu.

Ref. 2
Vindur, já dansaðu vindur!
Að vetri fá börn að finna húsaskjól.
Vindur, já dansaðu vindur!
Veturinn færir bœrnum heilög jól.

Úti fær vindur að valda
voldugum tónum.
Núna nötrar af kulda
nóttin í snjónum.

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Kälte kommt zur Weihnacht
mit kohlschwarzem Schatten.
Die Kinder kuscheln geschützt
neben der Kerze am Fenster.

Ref 1:
Wind, tanze du Wind,
Winter ist, und Kälte schenkt neue Kraft,
Wind, tanze du Wind,
schweife umher in der kalten Weihnachtsnacht.

Durchdringt den Schnee
in schwarzer Nacht
nährt mit Takt und Ton
das zitternde Herz.

Ref. 2
Wind, tanze du Wind,
Daß der Winter die Kinder im Haus Zuflucht finden lässt.
Wind, tanze du Wind,
Der Winter schenkt Kindern heilige Weihnachten.

Draußen macht der Wind
gewaltige Töne,
es bebt von der Kälte
die Nacht in den Schnee hinein.

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Cold comes on chrismas
on black shadows
Children cuddle in shelter
next to a candle at the window.

Ref 1:
Dance, dance thee wind,
wintertime, and cold gives new power
dance, dance thee wind,
ramble around through this cold winternight.

Pervade the snow
in the dark of night,
feed the trembling heart
with stroke and tone.

Ref. 2
Dance, dance thee wind,
That winter makes children find shelter inthe house.
Dance, dance thee wind,
Winter gives holy chrismas to children.

Outside the wind
creates big noise,
the night trembles
from cold into the snow.

Advent 2

Heute Morgen gab es hier ein außergewöhnliches Naturereignis zu sehen. Am kürzesten Tag, der Wintersonnwende, spielten Sonne und Mond Nachlaufen und der Mond versteckte sich neckisch im Rücken der Erde. Für eine gute Stunde hing er wie eine pralle rote Christbaumkugel am sternklaren Himmel.
Das letzte Mal geschah dieses Naturwunder im Jahr 1554.
Damals haben die Leute vermutlich genauso schlecht fotografiert wie ich ;-) - aber es war definitiv lustig, an meiner Kamera herumzuschrauben, bis sie überhaupt ein Bild auf das display zauberte.
Der Mond war knallrot.


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Später wirkte er regelrecht befreit ... Kein Wunder, halb Island hat ihm schließlich auf den roten Popo geguckt.
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und vorhin, kurz vor Mittag, kam dann auch die gähnende Sonne hinterm Berg hervorgekrochen. Sie hatte alles verpasst - das Schicksal der Ewig-zuspät-Kommenden.
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Viele Leute beklagen die langen Nächte hier - die machen mir am allerwenigsten Probleme, dazu ist der Nachthimmel viel zu bereichernd. In diesen Winter besticht er durch eine reinigende Klarheit und hat uns schon mit so manchem Nordlicht verwöhnt. Wer die Dunkelheit fürchtet, soll rausgehen, dort merkt er, daß es gar nicht dunkel ist, und daß wir nicht alleine sind.
Es hilft zumindest, sich nicht alleine zu fühlen wenn man es dennoch ist. Über die Weihnachtstage ist das Haus nun verwaist, ich verbringe das erste Weihnachtsfest meines Lebens in Gesellschaft von 10 Pferden und meinen Erinnerungen.
Auch mein kleiner schwarzweißer Freund ist fort. Ich hoffe, er findet einen guten neuen Platz und ich bin dankbar, daß wir eine so erfüllte Zeit miteinander haben durften.
Im Land der totalen Jólahysteria und der Familienweihnacht bringen Feiertage kein so angenehmes Gefühl, aber streng genommen sind sie auch nur ein Tag, den man ja nicht zwingend "feiern" muss.
Am Himmel steht jedenfalls nix von "24.=big party, to be celebrated".
Für mich ist Weihnachten ein Fest der Gemeinschaft - ist keine da, ist auch kein Weihnachten, fertig. Es hat durchaus Vorteile, ohne Fernseher und Zeitung in der Einsamkeit zu leben: wenn man nichts mitkriegen will, klappt das hier besser als an jedem anderen Ort. Nirgendwo ist man einsamer als unter Menschen.
Und so backe ich weiter scharfe Plätzchen für andere Leute und hüte und betüdele die mir anvertrauten Pferde - beides kann ich gut, und beides gibt ein reiches, rundes Gefühl. :-)






Saturday, December 11, 2010

Advent


Advent im Hochgebirgsland
Von drauß vom Hochland komm ich her,
ich muss euch sagen, es bebt hier sehr.
All überall auf den Lavaspitzen
sah ich kleine Wikinger sitzen.
Und droben aus dem Kratertor
sah mit großen Augen die Lava hervor
"Thýska stelpa!" rief sie, "sei helle,
heb deine Füße und spute dich schnelle,
die Berge fangen zu brennen an,
das Weihnachtstor ist aufgetan,
und alle Wikinger sollen nun
von der Jagd nach Beute mal ruhn."
Ich sag, "Vom Eifelwalde komm ich her
und muss dir sagen, das eilt mir zu sehr.
Ich frag mich vielmehr wie ich's hier find,
sinds gute Kind - sind böse Kind?"
"Thýska stelpa!" rief sie, "sei helle,
schräg, das sind sie auf alle Fälle!"
Nun, Äpfel, Nuss und schräge Kerne
mag die thýska stelpa gerne.
Auch wenn sie in den Zähnen sitzen,
schräge Kerne können im Dunkeln aufblitzen.

Euch allen einen schönen, friedlichen dritten Advent :-)