Monday, May 31, 2010

It's raining ash, halleluja ...

Der Vulkan ist längst ruhig - obwohl nicht ruhig genug, um den Vulkanausbruch offiziell für beendet zu erklären. Wir erinnern uns - 1821 hat der Ausbruch sich über 14 Monate hingezogen, also könnte diesmal auch noch alles mögliche passieren, die Erdbebenkarte auf vedur.is verrät, daß der Berg sich immer mal regt und dreht und auch den Nachbarn piesackt.
Eigentlich hatte er aber Ruhe gegeben ... da holt uns im Skeid doch tatsächlich die Asche ein!
Keine Ahnung, wo die noch herkommt - rund um den Vulkan liegt sie halt in dicken Schichten herum und heute hatte sie sich entschlossen, mal auf Reisen zu gehen ... nach Norden.
Der Himmel war schmuddeligschmutzigbraun und das Auto vor mir wirbelte einen Staub auf, der sonst nicht auf der Straße liegt.




Ich gehöre zu den leuten, die ihr Auto genau einmal alle zwei Jahre putzen: wenn sie zum TÜV müssen.
Aber das hier hat mich doch fast schwach werden lassen:








Zum Glück begann es in Selfoss zu regnen. Der graue Schleier auf der Fensterscheibe wurde zu einem schwarzen Schmier, der in dicken, gespenstischen Bächen an den Seiten herunterlief, als ich die Scheibenwischer anstellte.
Isländischer Regen ist jedoch zuverlässig nass - als ich heimkam, war mein Auto fast wieder sauber.

Und am Abend an der Thjorsá war auch die Welt fast wieder in Ordnung.
Mücken (sic!) umschwirrten mich, als ich mein Sandwich verspeiste, aus der Ferne schauten Gänse neugierig zu und überlegten ob sie flüchten sollten. Der Tag des aschigen Trübsalblasens war vorbei. Gott sei dank. Ich hasse Montage, einfach weil sie montag sind.
Und im Frieden des Flusses verschwand auch die Asche aus meinen Kopf .....





Eine halbe Stunde später: der Himmel winkt ein liebevolles Gutenacht durch die Bäume.
Das merkwürdig-schöne an dieser Insel ist, daß hier nichts von Dauer ist - weder das Gute noch das Schlechte.
Daran kann man richtig stark werden. :-)



Saturday, May 29, 2010

Gullfoss nights

Es gibt keine echte, handfeste Nacht mehr in Island. Man muss sie sich denken - und wenn man 'Nacht' warum auch immer grad nicht auf der Rechnung hat, wird die Unruhe groß.
Ich muss dann los, mich bewegen - heute abend hab ich das Auto genommen und bin den langen Weg nach Geysir und Gullfoss gefahren, weil man dort besonders gut nachdenken und sich mental reinigen und erden kann.
Die Strukturen an beiden Orten sind surreal genug, um das "normale" Leben, was einen gerade vielleicht ärgert, klein und unbedeutend erscheinen zu lassen.
Am Geysir hatte ich die Nacht bereits fast für mich alleine, am Gullfoss war ich ganz alleine. Ein unglaubliches Gefühl, die Klippen in Richtung Hochland entlang zu wandern und zu wissen - hier ist niemand mehr.

Und weil die Nacht noch jung war, bin ich mal links abgebogen und habe wie Hänsel und Gretel einen echten WALD gefunden.
Hey - wir sind in Island. Man erwartet hier keinen Wald.
Aber wer einen sucht, weil er meint, er könne es ohne Bäume nicht aushalten, dem sei Haukardalsskog empfohlen, gleich hinter dem Geysir, ein echter Wald mit allem Pipapo, hohen Bäumen und düsterem Dickicht und dem Duft nach Kiefernzapfen - so wie man das als Europäer kennt.
Ich vermisse keinen Wald, weswegen ich die ganze Zeit vor mich hingelächelt hab, als ich dort rumspaziert bin. Irgendwie war das auch absurd.
Aber als Eifelaner kann man sich dem behüteten Gefühl des Waldes am Ende nicht entziehen ....





In den Stunden des Absurden kommen auch die Elfen.
Die Elfen sind Gaukler, die in den niemals endenden Dämmerungen auf unserem Lächeln balancieren - wenn wir sie lassen.
Die Kunst besteht darin, das Lächeln zu finden. Nicht die Elfen.

Hat man sie, schweben sie über Wiesen ...





... sitzen auf Friedhöfen unter Bäumen ...


und auf Gräbern, damit der Verstorbene sich nicht langweilt.
Sie kommen wenn wir lächeln und sie bleiben - wenn wir sie lassen.







Um 1.30 Uhr überlegt sich die Sonne hinter Selfoss, ob sie unter- oder aufgehen soll und ist so verwirrt, daß sie erst mal mit Nebel um sich wirft. Dann merkt niemand, daß sie noch überlegt.





Ich glaube, sie hat sich für das Aufgehen entschieden ...

Friday, May 28, 2010

zwei/two/tveir

Zweisamkeit ist was schönes.









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Danke für eure Worte!
Ja, in der Tat, vieles in Island ist anders und ich denke seit geraumer Zeit darüber nach, warum es hier so schwer ist, Pläne zu machen. Oder umgekehrt - warum es so leicht ist, sie fallenzulassen, ohne daß man bedauern muss.
Thetta reddast.
Immer wieder.
Was ist das für ein Virus, der einen befällt, wenn Kontinentale eine konkrete Antwort haben wollen und man sich windet, sie ihnen zu geben? Ich kenne mich als durch und durch zuverlässigen Menschen, der zu seinem Wort steht (was in meinem nahen Umfeld hier sehr geschätzt und natürlich auch ausgenutzt wird) und ertappe mich immer häufiger bei einem lächelnden Schulterzucken und "schaun mer mal".
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Die Insel zwingt einen zu carpe diem - wie kaum etwas anderes in der Welt.
Nutze den Tag - mach es jetzt - verschieb es nicht - oder verschieb es auf never, weil du garantiert was besseres findest - und schau bloß nicht zurück, was du eventuell verpasst haben könntest!
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Der Berg sieht schön aus bei Sonne/bei Regen/bei Nebel/bei Schnee.
Es ist deine Einstellung zum Berg, die ihn schön macht.
Der Berg lehrt dich Einstellung.
Das ist Zen auf isländisch.


Wednesday, May 26, 2010

so unreal

Gestern hatte ich auf dem Weg ins Kino (Robin Hood) mit einer jungen Schwedin ein interessantes Gespräch darüber, wie es ist hier zu leben und was es aus einem macht. Ich war froh, meine eigenen Eindrücke aus dem Mund eines anderen zu hören, so wusste ich, daß ich nicht verrückt bin.
"It's so unreal," meinte sie immer wieder, "it's so unreal to live in this beauty that most people wouldn't even see." Wir fuhren gegen 23 Uhr in einen dieser ewig langen Sonnenuntergänge, und die kahlen Berge in der Ferne trugen zur Feier des Tages Rosa. Ich musste grinsen über ihr hartes Urteil, dann trugen mich meine Gedanken weiter.
Was ist anders hier?
Ich lebe beileibe nicht in der schönsten Gegend Islands - im Gegenteil, der Süden ist sogar ziemlich eintönig, dazu oft genug noch nass und windig. Pferdezuchtland mit stinklangweiligen Weiden und Zäunen, so weit das Auge reicht. Nichts hier ist spektakulär oder so wie man Island erwartet.
Es ist der Blick, der die Türen der Seele öffnet. Sie tritt an die Luft, atmet durch und kann fliegen, weil nichts den Blick verstellt.
Das ist es auch, was einen schleichend verändert: das Leben ist so direkt und unmittelbar, und man erträgt die Stickigkeit eines Daseins nicht mehr. So wie der Blick die Türen öffnet, verändert er das Bewusstsein.
"I want to keep every moment of this beauty in my heart," sagte sie noch, und um uns herum war das rosafarbene Nichts von Flóahreppur.













Sunday, May 23, 2010

Elfen

In Island waren zuerst die Elfen.
Dann kam Gott.
Gott teilt sich nun den Platz mit den Elfen - und das klappt ziemlich gut.
In Hruni, einem alten Kirchspiel aus den Anfängen des Christentums, beweisen sie, wie harmonisch zwei Welten an einem Ort zusammenleben können ...










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Mich macht Hruni ruhig. Und nachdem ich den Priester getroffen hatte, wusste ich, warum.
Er hatte Ohren aus beiden Welten.




Saturday, May 22, 2010

Lady in red

Diese kleine rote Lady startete heute auf dem Catwalk:














nur so

... weils so süß war.



Friday, May 21, 2010

Home - sweet home

Nach einer 36-Stunden-Schicht mit durchwachter Nacht am Flughafen bin ich vorgestern in Island angekommen, und es hat mich zwar wolkenverhangen aber erfreut willkommen geheißen.
Von meiner Brust ist ein immenser Druck gewichen - zum vielleicht ersten Mal in meinem Leben hab ich 14 Stunden durchgeschlafen.
Gut so, sagt die Insel. Weiter so, du lernst das schon noch.


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Auf unserer Weide hat es Zuwachs gegeben - ein kleiner, kaum zwei Wochen alter Garfield räkelt sich im Gras. Und anders als die meisten Fohlen ist dieser kleine Herr äußerst forsch.



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Er hatte nach dem ersten Treffen bereits entschieden, daß man sich mit Menschen wunderbar kraulen kann, und daß sie viel zu dumm sind um einen wegzuscheuchen wie die Pferdetanten das tun, wenn man bei ihnen nach Milch sucht ...
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Die Tanten lassen sich allerdings auch ne Menge gefallen, inklusive in den Bauch beißen und in die Nase beißen. Pferde sind auch nur Menschen.
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Der kleine Herr ist ein großer Platzhirsch und weiß genau was er will und wie er es bekommt.
Ich stehe auf Platzhirsche und das hat er sofort gemerkt ;-)


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Ja, und heute war ich dann zum ersten Mal, seit ich in Island lebe, in einer "Vinbudin" - einem der staatlichen Alkoholgeschäfte. In normalen Geschäften gibt es keinen Alkohol zu kaufen, nur eine merkwürdige Dosenersatzbefriedigung voller Zucker und Geschmacksstoffe, wo man nach dem dritten Schluck schon Insulin benötigt.
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Ich betrat das Geschäft, um jemandem was mitzubringen - mir selber ist Alkohol viel zu teuer als daß er schmecken könnte und ich vermisse darüber nicht mal den Wein zum Essen.
Guter Wein ist weiterhin ein Grund, hin und wieder nach Deutschland zu fliegen.
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Die staatliche Gängelmasche funktioniert tatsächlich: kaum steht man in dem Laden, kommt man sich vor wie ein Kleinkrimineller, der schon wieder etwas Verbotenes tut. Man streicht nämlich an schmucklosen Weinregalen vorbei und versucht aus den mageren Informationen auf den Preisschildern herauszufinden, wie hoch der Kopfschmerzquotient bei den einzelnen Flaschen wohl ist. Unwillkürlich schaut man immer wieder zur Decke hoch und sucht die Videoüberwachungsanlage.
Mit Spaß oder Vorfreude hat das hier nichts mehr zu tun - im Gegenteil hat man das Gefühl, selbst wenn man zu lange schaut und liest, macht man sich schon strafbar. *g*
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Hinter einer Wand steht das Bier. Diesen Raum hat die Zivilisation gar nicht erst vereinnahmt - hier wohnen nur Dosen in Pappe und Plastik und vor allem auf dem Boden. Das Rauschangebot hat etwas unverblümtes, direktes.
Auswählen wird mir immer unangenehmer. Ich greife einfach irgendwas um schnell wieder verschwinden zu können.
"Irgendwas" stellt sich dann an der Kasse als Pretiose heraus: 6 Dosen Bier kosten nämlich mal eben schlappe 1700 Kronen.
*hust* - mein Währungsrechner verschluckt sich gerade: 10,50 €
Für die Flasche Rotwein mit hochwahrscheinlicher Kopfschmerzgarantie habe ich gar 17 Euro bezahlt.
Man versteht jetzt die Fassungslosigkeit von Insulanern über ausländischen Besuch der es tatsächlich wagt, keinen Wein als Gastgeschenk aus dem Ausland mitzubringen.
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Das Wasser in Island schmeckt übrigens hervorragend.

Tuesday, May 18, 2010

Der Letzte löscht das Licht

Ein bisschen war es wie in einem Film:
übriggebliebene Kisten rausgeschleppt, den Boden saubergefegt, letzten Müll rausgetragen. Das nasse Geschirrhandtuch über die Heizung gehängt. Nur mein Koffer und ich sind noch in der stillen Wohnung. Da ich upgegraded hab *g* und nun einen Koffer mit Rollen besitze, folgt er mir wie ein Hund. Wir halten kurz an der Tür an, ich lösche das Licht. Rumpelnd folgt mir mein Koffer, dann fällt die Tür ins Schloß.
Alles was wichtig ist, befindet sich in diesem Koffer – der Rest ist eingepackt und weggeschlossen, auf den Tag genau ein Jahr nach meinem ersten Umzug.
Unter enormem Zeitdruck hatte ausgewählt werden müssen: in nur drei Tagen habe ich diesmal mein Leben aufgelöst, in Papier gewickelt und in Kisten versenkt. Drei Frauen, die ich bis letztes Jahr gar nicht gekannt habe, halfen mir in einer Gewaltaktion, das Zeug auf einen Dachboden zu schleppen, wo es nun auf mich wartet, mal sehen wie lange.







Habe verschenkt, verschenkt, verschenkt – an Fremde, Freunde, Bücherei, Behindertenwerkstatt, und von Ding zu Ding wurde es leichter. Aber anders leicht als wie Leute denken, die ihre Wohnung mal gründlich ausmisten, damit was schickes Neues Platz hat.
Dinge gingen, ohne daß schicke neue Dinge kamen.
Nichts kam. Alles ging.
Mein Pferd blieb, und er war auch der Einzige, der meine Tränen zu sehen bekam.




Ein bisschen heimatlos habe ich mich schon gefühlt mit meinem Koffer, und so ganz alleine. Aber im Grund genommen hab ich nur das gemacht was mir seit vielen Jahren im Kopf rumspukt: einfach losfahren, immer nach Norden, bis die Karten kein Geld mehr geben und dann zu Fuß weiter und mal schauen wo man landet.
In meiner Phantasie waren das immer die Lofoten *g* – nun ist es halt Island geworden.
Und der Letzte löscht das Licht.

http://www.youtube.com/watch?v=T6bSrA4jQ8M&feature=related

"Zu wagen ist den Halt zu verlieren für kurze Zeit.
Nicht zu wagen ist sich selbst zu verlieren."
(Sören Kierkegaard)

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Saturday, May 15, 2010

spirits

Ich bin ein bekennender Leser meines facebook-Horoskops.
Ich weiß daß das albern ist, aber es gibt mir einen guten Tagesbeginn, da reinzuschauen und tatsächlich in der Regel schon mal ne Vorabbestätigung zu bekommen, wie etwas laufen könnte.
Ganz oft weiß das Horoskop schon, was ich vorhabe (weswegen es ja ein Horoskop ist) und meistens weiß es auch, welche spirits mich gerade umtreiben.

So hat man beim Morgenkaffee einen Mußemoment, in sich hineinzuhorchen und zu überlegen, ob man heute besser ganz die Füße still hält, ob man vielleicht auch mehr Mut hat, oder ob es nicht einen Versuch wert ist, die zur guten alten Gewohnheit gewordene Prokrastination mal zu unterbrechen.
http://www.youtube.com/watch?v=4P785j15Tzk
;-)

Für heute sagt das Horoskop ungeahnte Kraft und Energie voraus und daß ich aufpassen soll, keine bad emotions aufkommen zu lassen. Danke für letzteren Tipp ;-) wobei dafür sicher keine Zeit sein wird.
Ich ziehe heute mal wieder um, und wenn ich fertig bin, will ich Robin Hood heiraten und ohne diesen ganzen Möbel/Geschirr/Kram/Klamottenscheiß im Wald leben.
Wahlweise auch in Island.

Und da mir vorhin ein lange vermisstes Armband aus dem Durcheinander herausglänzte, kann alles andere auch nicht so schlimm werden. Das Horoskop hätte sonst sicher einen Hinweis darauf gehabt, oder.
Alles wird gut. - Thetta reddast.

http://www.youtube.com/watch?v=HbG69SAZUKw

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Thursday, May 13, 2010

Down to the bone

"Ein kluger Mann hat einmal gesagt, wer fortgeht, kommt niemals zurück, und das liegt daran, daß man bei der Rückkehr ein anderer Mensch ist als der, der irgendwann aufbrach ..."
(Halldór Laxness, "Das wiedergefundene Paradies")

Vermutlich hat der mal wieder recht.
Ich packe mal wieder meine Sachen - diesmal ganz alleine, obwohl das ein Job für Sekt, Schokolade und Freundin wäre, aber gibts halt diesmal nicht.
Manche Wege muss man alleine gehen.
Natürlich wie immer alles auf den letzten Drücker, was Entscheidungen für "die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen" leichter macht - das wird hier sonst nämlich schlicht nicht fertig. Tränen werden auf irgendwann mal verschoben, das kann ich ja gut.

Am Ende ist ein Knochen übrig. Nicht uncharmante Aussicht - aus Knochen kann man was machen ;-)




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http://www.youtube.com/watch?v=ie2pHNbdIpI

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Monday, May 10, 2010

Lesen ...

Das Lied der Nachtigall glich einer verhaltenen Klage. Einsam saß sie irgendwo zwischen den Ästen des Olivenbaums, ein kleiner, unscheinbarer Vogel, in seinem grauen Federkleid perfekt mit den silbrigen Blättern verschmolzen. Aus seinem Versteck warf er seine feine Stimme mutig der Nacht entgegen. Perlend rollten die Töne am Mond entlang, tropften zur Erde. Sie schmolzen zu ränen, erwuchsen aus tiefster Kehle und verwandeten sich in Schluchzer, die von der leisen Melodie aufgefangen wurden wie von einem zart gewebten Gespinst aus Hoffnung ...
(aus: "Die Totenfrau des Herzogs")

Am vergangenen Donnerstag hatte ich in meiner Heimatstadt Düren Lesung - hochexklusiv, weil es meine einzige Lesung in Deutschland war.
Veranstaltungsort war "Das Brauhaus" in Düren gewesen, was gar nicht so Brau ist wie es sich anhört - im Gegenteil, ein sehr angenehmer Ort mit guter Akustik, bequemen Stühlen und exzellenter Küche (für nachher).
Hingehen - selber gucken - selber essen ;-)
Veranstalter war der Dürener "Teeladen" gewesen - und auch ohne Vorankündigung in der "Lokalpresse" füllte sich der Raum bis zur Tür, womit keiner von uns gerechnet hatte.
Ich hab auf mein Honorar verzichtet, das Eintrittsgeld ging an einen wohltätigen Zweck, und am Ende, nach ein paar Szenen aus "Der letzte lange Sommer", haben sich wieder ein paar Leute überlegt, ob sie nicht mal nach Island reisen sollen ;-)


(Quelle: Das Brauhaus, Düren)
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So langsam gewöhne ich mich an die Farben - man kann dem Frühling hier nicht mehr aus dem Weg gehen. Flieder und Maiglöckchen duften um die Wette und versuchen einem klar zu machen daß der lange Winter nun wirklich Geschichte ist.




Eyjafjallajökull macht weiterhin was er will, er spuckt Asche in die Luft und fräst sich hungrig durch das Gletschereis.
http://dagskra.ruv.is/sjonvarpid/4497987/2010/05/09/3/
Angesichts der Lage in Orten wie Vík í Myrdal, wo die Leute vor lauter Asche nicht mehr wissen, was sie tun sollen, und wo Bauern inzwischen auf die Hilfe von Freunden und Verwandten angewiesen sind weil sie die Arbeit in den Ställen nicht mehr schaffen (die Lammsaison hat ja begonnen und normalerweise wäre das ganze Vieh jetzt auf den Weiden, die aber unter einer dicken Schicht Asche begraben liegen) mutet die Besorgnis der Geologen, was wohl aus dem Gletscher wird, ein wenig seltsam an.

Die Natur hilft sich am Ende immer selbst.
Der Mensch hingegen ist unfähig.
Da braucht man sich nur an die eigene Nase zu packen.

Thursday, May 6, 2010

Farben

So sah die erste Flugtafel aus, als das lange Flugverbot begann.







Inzwischen aber haben wir die Aschewolke ja ausgetrickst - wir haben sie hintersinnig und geschickt mit den Verlustzahlen des europäischen Luftverkehrs in die Schamesröte getrieben, weswegen sie die Flugzeuge nun eilig durchwinkt und sich überhaupt nicht mehr traut, in Richtung Kontinent zu treiben. Lieber bleibt sie über Irland hängen - das ist eine Insel, kann sich nicht wehren und überhaupt, haben die nicht genug Schiffe??
Ich bin jedenfalls nach langer Reise in Deutschland angekommen und wurde vom ersten Tag an überwältigt von Eindrücken und Farben.
Auch wenn Island sich mit 22 °C grad eines außerplanmäßigen Sommers erfreut - die echten Farben sind hier ;-)






Ich hab die Tage damit zugebracht, umherzuschlendern und die Augen offen zu halten. Mehr schafft man nicht.












Humor auf Kölsch: erst mal Bäume absägen und dann mal weitersehen.




















Nach drei Tagen unterwegs in Hamburg, Köln und Aachen kann kein Bett meine Erschöpfung auffangen.
Nur ein Flugzeug.