Friday, January 29, 2010

Heim nach Island

Es war ein haariger, komplexer Monat gewesen.




Ich hab viel nicht nur schönes gelernt, weiß jetzt, daß man zwei Zuhauses haben kann, wenn man eigentlich keines hat, bzw wenn das einzige Zuhause vier Beine hat und sich auch ohne einen ganz wohl fühlt.
Morgen geht es zurück nach Island, wo ich immerhin schreiben kann und Frieden finde. Und abgeholt werde ich nun auch, nachdem sich ein Missverständnis geklärt hat. Nein, ich bin nicht der bei weitem chaotischste Mensch auf Erden - es gibt Leute, von denen ich noch lernen kann - wie beruhigend. *g*
Sherlock Holmes ist nur einer davon.
http://www.youtube.com/watch?v=Cv883wfeTtw&feature=channel
(isn't he CUTE???)


Eins unserer Pferde hat uns verlassen. Herr Odin lebt dafür nun in der kleinen Herde und fühlt sich pudelwohl. Er ist schwer in love mit einer alten Kolkuos-Lady und hat mir gesagt, baby, mach dir keine Sorgen, mir geht es saugut.


Ich nehme die Erinnerung an mein zufriedenes Pferd mit. Wenigstens einer von uns beiden ist rundum glücklich - das fühlt sich gut an.




Sunday, January 24, 2010

bis es platzt

Wer sich frühmorgens um 4.15 Uhr noch an sein blog-Passwort erinnert, kann nur schlechte Laune haben.
Meine Laune ist sehr schlecht - sonst würde ich ja schlafen. In der Regel schafft es das andere Geschlecht, mich in so eine Laune zu bringen. Ich bekomme also schlechte Laune über meinen verfluchten Altruismus und schwöre mir, niemals wieder irgendjemandem einen Gefallen zu tun oder etwas anzubieten oder gar eigene Pläne zu ändern um jemand anderem etwas zu erleichtern (die dümmste Idee überhaupt).
Da es "die Dummheit" heißt, wird der Schwur vermutlich nicht lange vorhalten.

Einstweilen versuchte ich meine schlechte Laune auf weibliche Art zu betäuben. Rumschreien oder den Verursacher anrufen und Meinung geigen ist nicht meine Schuhgröße, rumheulen ist zu anstrengend, hatte ich erst letztes Wochenende.
Ich wählte DVDs.
"Das weiße Zauberpferd" handelt von einem fertigen Alkoholiker - ganz tolle Idee. Rotwein machte es nicht besser. "Die wunderbare Welt der Amélie" aber macht es besser, ich schaffe es zu lachen und beschließe um 3.50 Uhr in der Früh mit Jane Austens "Emma" ins Bett zu gehen.
Damit das Bett nicht so einsam und kalt ist, noch schnell das Moorpad in die Mikrowelle gelegt ...



und noch dies und das in der Küche erledigt ...
*PAAAAF*
Ich brauch da nicht gucken zu gehen.
Ich muss das überhaupt nicht sehen.
Ich weiß doch was da passiert ist.
Kurz überlege ich, einfach ins Bett zu gehen.
Es heißt schließlich auch "der Fango" - alles was beschissen ist, ist offenbar männlich. *g*
Leider würde das Säubern der Mikrowelle an mir hängenbleiben ...
"Der Fango" liegt nun in der Spüle - ganz kurz nur hab ich in den Sack reingespäht und ihn sofort wieder zugemacht. Er ist von innen braun, beschissen - und männlich.
Und morgen wandert er in den Müll.
In Island wird mir weiterhin "die Wärmflasche" warme Füße machen - es ist einfacher "das Wasser" zu kochen. Und macht es doch mal Ärger, kippt man es in die Spüle und dann isses weg.

Sunday, January 10, 2010

Daisy macht Spaß

Während Tiefdruckgebiet Daisy halb Norddeutschland lahmlegt und die harmlosen Rentnerurlaubsinseln (sorry *g*) Rügen und Fehmarn zu Notstandsgebieten macht, wo Räumdienste vor den Schneemassen kapitulieren und man bis zum Mittag einfach nur hoffte, daß nichts gravierendes passiert - haben die Heidehexen Spaß mit Dasiy.



Schnee deckt ja nun mal alles traurige und schlechte einfach zu (wie Pfützen, Misthaufen, Erinnerungen), macht es weiß und schön und gaukelt einem vor, das könnte auch so bleiben.
Und wie der Mensch so ist, schenkt er dem dummen Schnee Glauben und tut so als wäre die Welt in Ordnung, auch wenn sie natürlich weit davon entfernt ist.
Wir sattelten heute daher unsere Rösser ...






und ritten "wild" durch den Schnee


Jeder versucht auf seine Weise, sich kraftsparend fortzubewegen





Heidehexendiskussionen im Schnee






Braucht nur wenig um mich glücklich und vergesslich zu machen. Man gebe mir ein schwarzes Pferd - und Schnee ;-)



Thursday, January 7, 2010

Schnee - die 37.gste

Es ist so kalt in Deutschland .... ich kann mich nicht erinnern, wann es so lange so kalt war.
In meinem vorherigen Leben hatte ich einen Kamin. Aber auch das Bild von Feuer wärmt schon ein bisschen die Seele.




Ein besonderes Geschenk macht mir dieses wunderbare Pferd: eigentlich nicht mehr reitbar, trägt er mich durch den Schnee, unerschrocken, mutig, stark, nur mit Halfter gezäumt und er trägt mich so umsichtig wie einen Eierkarton
;-)
Und überhaupt ist das alles ja ein Mädchentraum. Pferd. Schnee. Reiten. Und ein Prinz. ;-)
(ok, das mit dem Prinz ist dauert. Aber alles andere ist da.)
http://www.youtube.com/watch?v=fJ8NbiEvzIg

Das Götterpferd mit den Siebenmeilenstiefeln:



Innerlich bin ich ja schon wieder am Kofferpacken, trotzdem fällt mir auf daß ich hier nicht alleine lebe: Mäuse in der Wand, ein Marder auf dem Dachboden. Was nicht schlecht ist - in Island kann ich ja auch nur schlafen wenn mein Hausgenosse daheim ist.
Aber gestern dann diese Spinne.
Ich sah nur die Beine unter der Tür des Vorratsraums hervorlugen. Lange Beine, dicke Beine - kein Weberknecht (so einer stolperte mir aus dem Bett entgegen, das trug ich mit Fassung, im Badezimmer wohnt ja ein Pärchen, er kommt gerne mal beim Duschen gucken).
Dies hier war eine SPINNE.
Abends waren die Beine verschwunden.
Ich trage seither nur noch geschlossene Hausschuhe.
Ich öffne erst eine Tür um zu schauen was auf dem Boden ist, bevor ich den Raum (Badezimmer, Flur, Vorratsraum) betrete.
Ich denke über Putzen nach. (*g*)
Heute abend war es dann soweit: die Waschmaschine musste arbeiten (im Spinnenraum), ich überwand meinen Ekel vor eventuell davonrennenden Spinnen ... und schaffte es dann doch nicht, den Staubsauger aus dem Regal des Spinnenraums zu ziehen.
Was wenn sie dahintersitzt?
Darunter??
Wenn sie sich durch den Lärm belästigt fühlt und quer durch alle Räume vor mir flüchtet?
Irgendwohin, wo ich sie nicht verfolgen kann?
Wo ich gar nicht weiß daß sie sitzt??
IN MEIN BETT??
Es wurde also wieder der Besen, der geräuschlos den Staub zusammenfegte (ein Hoch auf Parkettboden), indes - das unangenehme Gefühl, nicht allein und beobachtet zu sein, bleibt.
Auch ein Grund warum ich mich in Island so sicher fühle: dort gibt es so gut wie keine ekelhaften Spinnen, die einem das Hausfrauenleben zur Hölle machen können.
*räusper*

Monday, January 4, 2010

Schneeland

Der eisige Januar hält die Heide fest im Griff.
"Brauchst keine Winterreifen," hatte es letztes Jahr geheißen, "hier schneit es niiiiiie!"
*grins*
Ich liebe ja Schnee, und vielleicht ist er deshalb in die Heide gekommen, obwohl er dort eigentlich nie liegt.

Meinem schwarzen Ritterpferd geht es blendend. Er liebt Schnee und Eis, er liebt seine Freundin - und er liebt mich, es rührt mein Herz, wie er das zeigen kann.
Und heute trug er mich lange und entspannt durch den verschneiten Wald - das erste Mal seit über einem halben Jahr daß ich reiten konnte! - und mein verrenkter Rücken tat danach zwar nicht weniger weh, fühlte sich aber besser an, was ein Unterschied ist.





Verschneite Straßen zwischen den Dörfern ...

Riding high auf die obercoole Weise:



Verschneite Heidestraßen in die Stille hinein ...



Der Schnee deckt alles zu und macht es romantisch. Trotzdem vermisse ich Island. Meine Ruhe hab ich dort in der Küche liegenlassen ...