Monday, November 30, 2009

Schneekraul

Irgendwo war in der Nacht noch was hergekommen - heute morgen musste ich mir den Weg in den Stall FREIGRABEN.
Die Rheinländerin glotzt nur noch fassungslos *g*



"Hriki the kid" findets geil.
Ehm - ich hab noch nie ein Pferd gesehen, was ... nunja. Was sich selbst "hilft". Hriki the kid tut das, völlig selbstvergessen und glücklich.





















Hau ab, das ist mein Fuchs.








Sunday, November 29, 2009

Adventsschnee

Noch ein Wort zum Thema Schnee.



Gegen Mittag begann es, zwei Stunden später war alles weiß. Unter der Plüschdecke liegt meine Treppe verborgen. Weil ordentlich Wind wehte, gab es überall Schneewehen, in denen man bis zum Knie versank. An anderen Stellen (zB neben der Treppe) lag überhaupt kein Schnee.
Ich Rheinlandkind hab ja keine Ahnung.
Hier schneit es auch nicht ordentlich deutsch von oben, sondern von der Seite, weswegen zwei meiner Fenster vollkommen zugeschneit waren. Sowas hab ich noch nie gesehen.
Für mich ist das hier eine Schneekatastrophe wie aus Kindertagen, ich frage mich ob ich morgen zum Supermarkt komme, und zum Schwimmbad (hehe, dummer Frischling, man hat immer genug Essen im Haus - genau deswegen) und überhaupt.
Die um mich rum lachen natürlich nur. (sie haben noch nicht begriffen, daß ich ihnen geschickt wurde, damit sie was zum lachen haben)

Und einen richtig schicken Anfängerfehler hab ich auch gemacht.
Nachdem der Hausherr seine Rösser flugs in den Stall gesperrt hatte, bevor er (lockerflockig) mal eben i baerinn gefahren ist, dachte ich, als es zu schneestürmen aufhörte, die armen Rösser - und ließ sie wieder auf den Paddock.
Die Schneeseligkeit dauerte genau 5 Minuten, dann standen 5 bedröppelte Rösser vor mir: "Mach das weg." Unter ihren Hufen Tennisbälle von am Eisen aufgestollten Schnee, keins von ihnen konnte mehr laufen.
Wir sind ja in Island, hier braucht man doch keinen Snowgrip ;-)
Also hab ich eins nach dem anderen von seinen Tennisbällen befreit und sie wieder eingesperrt. Und gehofft daß mich niemand beobachtet hat *g*

1.Advent

Leben passiert, während wir danebenstehen, das hab ich in den letzten zwei Wochen gelernt.
Aber nun haben wir den Dezember erreicht - die wirklich verrückte 5. Jahreszeit beginnt. Die ist in Island noch bunter und noch aufdringlicher als bei uns.
Alles bekommt den Beinamen "Jola-" verpasst, und der dumme Neuling packt gespannt das Päckchen Jola-Butter aus und wundert sich, daß drinnen nur normale Butter drinsteckt und nicht etwa ein glitzendes oder tannenduftendes Produkt. Auch die Jola Mjölk schmeckt wie die Milch von November - Milch halt, nur in jolaknallbunter Verpackung. Vom Jola-Käse hab ich dann Abstand genommen, isländischer Käse ist eine Enttäuschung, egal wieviel Jola draufsteht.
Im Radio nervt die Jola-Reklame. Aus geheimen Lagern tauchen im Supermarkt riesige Jola-Büchertische auf, gute Gelegenheit zu schmökern weil es "i sveit" ja keinen Buchladen gibt.
Es muss auch irgendwo ein geheimes Jola-Vulkankraftwerk geben welches die ganzen Lichterketten und special-light-effect mit Energie versorgt - fährt man durch die Stadt, überkommt einen das dringende Bedürfnis, die eigenen Fenster aufzurüsten (und das obwohl ich nun überhaupt kein Dekofreak bin)
Immerhin - eine kitschige Jola-Lichterkette hats in mein Küchenfenster geschafft, und doch, das sieht ziemlich hübsch aus. Ansonsten ist es eine Lust, durch den Baumarkt husasmidjan zu bummeln und die Jola-Bastelabteilung zu besichtigen. Man dekoriert offensichtlich gerne im Glimmerglitterglanzfunkel-Stil, manche Accessoires sind zum schreien kitschig oder einfach nur grausam. Insgesamt alles nicht billig, für eine eher hässliche Keksdose (die einzige, die dort rumstand) habe ich fast 10 Euro gezahlt. Dafür ließ mir die Verkäuferin zwei riesige, lange Organzavorhänge für 7 Euro, weil die mal zum dekorieren benutzt worden seien.
Muss man nicht verstehen, aber sie fühlen sich in meinem Schlafzimmer sehr wohl.

Das Elchlicht habe ich importiert, in meinem Auto war ja für jede Eventualität ein Platz reserviert. ;-)



Die Weihnachtszeit ist immer schon nicht einfach für mich, alleine im Ausland ist das nicht anders - nur anders.
Immerhin begann sie gestern mit einem delikaten Pferdefleischmenü - nicht in Rotweinsauce, wie ich immer frotzel, sondern in kräftiger Sahnesauce (hmmmmmm) - und dergestalt liebevoll abgefüllt überkam mich (alle Jahre wieder) dann kurz vor Mitternacht der erste Anfall von Jola-Backwahn.
Jola-Plätzchen backt man am besten mitten in der Nacht.
Meine ersten "echten" isländischen Piparkökur, gestochen aus guten deutschen Oetker-Backförmchen, die es im Supermarkt gab. Die Schafe waren nach 2 Tagen ausverkauft, ich bin froh, sofort zugeschlagen zu haben.




Nun duften hier gefühlte 37 Bleche Plätzchen vor sich hin, durchziehen das ganze Haus mit einer leichten Weihnachts ... JolaAura, und ich frage mich, wer in aller Welt die bloß alle essen soll.
Odin liebt Piparkökur. Mal gucken, was mein bockiges Scheckentier zu Piparkökur sagt ;-)
Heute morgen um halb 9 als ich im Stall war, begann es zu schneien - pünktlich. Der Himmel verspricht mehr Jola-Schnee.
Euch allen einen guten 1. Advent.

Friday, November 27, 2009

Reitkunst


Um die Reitkunst der Isländer brauchen wir uns keine Sorgen zu machen - sie betreiben ihre Weiterbildung viel ernsthafter als wir es in Deutschland je schaffen würden:

http://www.youtube.com/watch?v=yZT1rE-hE18

Thursday, November 26, 2009

Abendlicht

Das Licht am Nachmittag, kurz bevor die Sonne untergeht, trägt einen Zauberstab.
Auf wen der deutet, der darf für kurze Zeit leuchten.











Es war heute hundsgemein kalt, ein durchdringender Wind von Nordost, dessen Kälte ich jetzt nach Mitternacht noch in mir trage. Die Wärmflasche hat Dauereinsatz. Schweinegrippe? Ganz kurz denkt man daran, und wie schlimm es wohl würde.
Aber der gelbe Schein wurde heute noch mal anderweitig vergeben, weswegen ich hier die Stellung halte, natürlich nicht krank werde und stattdessen vorhin noch mal einen Stallrundgang gemacht habe um nach der laktierenden Stute zu sehen, die wir zu mager von der Weide gefischt haben.
Für alle, die wie ich Mützen doof finden, ein Tipp: den Buff gibt es jetzt auch in der Merinowoll-Version und doppelt so lang. Am Hals macht er so warm, daß die Haut rötet, und auf dem Kopf hält er zuverlässig die Ohren warm.

Wednesday, November 25, 2009

Weihnachtsgedanken


Diesen netten Adventskalender habe ich heute im Baumarkt gefunden. Besonders gefiel mir, daß der isländische Anbieter zu jedem Kalender eine Tube Zahnpasta hinzufügt. Wenn das nicht mal vorausschauendes Gesundheitssystem ist! Oder auch nur - Leute - die Kreppa-Krise geht weiter, seht zu daß ihr eure Kosten niedrig haltet, denn ihr werdet auf ihnen sitzen bleiben.
So oder so sinnvoll.

Weihnachten drängt sich nun selbst hier unterm Polarkreis förmlich auf. Es hat länger als in Deutschland gedauert, bis Lebkuchen die Supermärkte erobern, aber jetzt sind sie da, die Schokoladen und Kekse und Kuchen vom Stamme Jola.
Auch meine Weihnachtsreise rückt näher.
Letzten Sonntag habe ich mit Nico, der ein halbes Jahr in Island gelebt hat, ein philosophisches Gespräch über "Heimkommen" gehabt. Das geht mir immer noch nach, weil es so verdammt wahr ist.
Er prophezeihte mir einen Kulturschock - ja gut, den erwarte ich, immerhin leben wir hier in der Einsamkeit und der Hamburger Hauptbahnhof wird mir vermutlich wie Sin City vorkommen. Könnte es aber sein, daß der echte Kulturschock kommt wenn man mit den Daheimgebliebenen redet?
Deren Leben normal weitergelaufen ist - nur man selber war ja weg.
Mein Schwager reiste vor Jahren nach Brasilien und lebte dort für ein Jahr. Er kam zurück - ziemlich still. Wir fragten ihn, "Nun erzähl doch mal!" Und wir regten uns auf, als er die Schultern hob und meinte "Was soll ich erzählen?"
Was soll ich erzählen?

Wovon soll ich erzählen?
Daß die Sonne um vier Uhr untergeht? Daß sie dabei ein Licht auf die Erde wirft, welches gottgemacht wirkt? Daß man von zuviel Skýr Magenschmerzen bekommt weil er soviel Eiweiß enthält? Daß Fohlenfleisch lecker schmeckt? Daß es toll ist, im Schwimmbad seinen Schrankschlüssel abzugeben und der Bademeister sagt "Takk fyrir koman" - danke fürs Kommen? Daß es schön ist, um 9 Uhr morgens einen Stall zu misten und wenn man fertig ist, mit dem Kaffee in der Hand einen Sonnenaufgang anzuschauen? Daß Essen einfach besser schmeckt wenn man es zu zweit isst? Daß man Gegenwind kaum aushalten kann und wenn man sich umdreht, kaum noch spürt?
Wen interessieren solche banalen Nachrichten aus einer Welt, die so anders ist, daß sie sich nur vorstellen kann, wer mal da gewesen ist?
Und meine Welt ist ja nicht mal die der vielen Pferdemädels, die Island kennenlernen - ich kann nichts über tollen Tölt erzählen, über Zucht oder über spannende Ausritte. Ich lebe hier nur mit ein paar Pferden und tue das was ich am allerbesten kann: ich versorge sie, und lebe und arbeite im übrigen ganz normal und unspektakulär vor mich hin.
Vielleicht komme ich also auch nach Deutschland - und bin still.
Und zähle die Tage bis zum Rückflug.

Sunday, November 22, 2009

Thingvellir

Heute war wieder Sonntag - Sonntage sind doof, also bringe ich sie schnell hinter mich.
Diesmal nach Thingvellir - und wieder staunte ich, was für ein Vergnügungspark aus Island geworden ist. Nimmt man die Straße via Laugarvatn, fährt man kilometerlang an Ferienhäuschen und Schrebergartensiedlungen vorbei. Ich kann mich auch an keine so gut ausgebaute Straße quer durch Thingvellir erinnern, als ich vor gefühlten 37 Jahren dort war. Alles very convenient fü den Touristen hergerichtet, und ich vermute, in 20 Jahren wird man auch Sprengisandur asphaltiert und mit Souvenirläden ausgestattet haben.

Manchmal findet man dann aber doch Einsamkeiten.




Oder Traumhäuser ... ein bisschen stimmen solche wunderbaren Orte traurig, wenn man gleichzeitig weiß, daß Leute ihre kleinen Träume gerade verlieren, weil Zocker ihren Spaß gehabt und ihre Schäfchen im Trockenen haben ...


Noch ist kein Winter ...


auf dem Weg nach Thingvellir

















Sogge

Wer mich kennt, weiß daß ich niemals dumme Männerwitze mache.
Dazu hab ich Männer viel zu gerne.
Aber der hier muss einfach sein.

Danke an Yvonne für diesen ganz wunderbaren Sonntagslink:




http://www.etsy.com/view_listing.php?listing_id=20803734
(leider erlaubt blogger mal wieder kein direktes verlinken)

Mir drängte sich die Vorstellung von Tante Grete auf, die an einem kalten Winterabend diese Dinger neben Onkel Günther am Fernsehen strickt.
"Was strickstn do?"
"Nüjoo ..." *nadelklappern*
"Büsschen schmal für Soggen."
"Nüjoo ..." *nadelklappern*
"Für de Kinder was?"
"Neeee-e ...."
"Also doch ne Sogge."
"Ach Günthor, du hast doch geene Ohnung ..."
*fadenabschneidet*
*vorsichhinhält*
"Der hat ja gor keene Ferse."
"Deiner doch och nisch."



Friday, November 20, 2009

Ausflug ins Blaue

Letzten Sonntag bin ich am Nachmittag noch weitergefahren, einfach drauf los, solange man noch was sieht. Das Wetter war grandios, und dort wo ich hingefahren bin, war sonst kaum jemand. Dann macht es auch nichts, wenn man alleine ist - das nervt nur an Orten wo viel los ist.
Eigentlich hatte ich ja wandern wollen ...

Aber das mit dem wandern hat in Island einen Haken:
man vergesse ganz schnell den Traum von grenzenloser Freiheit - denn beinah die ganze Insel ist eingezäunt. Egal wo man hinschaut - überall Zäune und Tore, fein säuberlich aufgeteilt selbst über Bergkuppen. Einfach mal aussteigen und wandern - ist nicht.
Man fährt viele Kilometer an Zäunen entlang und findet keinen Weg nach Island.
Das frustriert ein wenig.
Aber natürlich ist es auch verständlich - und eigentlich auch normal. In Frankreich haben wir nicht mal Feldwege gefunden um zu picknicken, alles war stets proprieté privé. Hier ist das offenbar auch so.

Zweiter Haken:
Mal eben über eine Wiese laufen vergesse man auch ganz schnell, wenn es keine kultivierte Weide ist. Wiesen wie die rund um die Krepparuine, die harmlos-romantisch hier und dort einen kleinen Hubbel haben, sind möglicherweise überwachsene Lavafelder, und der nichtsahnende Depp bricht sich fast die Beine, als er im weichen Gras zwischen Lavabrocken versinkt.

Irgendwo an der A 30 Richtung Fludir:


























Wednesday, November 18, 2009

Die Krepparuine (2)

Die Ruine ließ mir keine Ruhe.

http://www.icelandreview.com/icelandreview/deutsch/alltag/?cat_id=66878&ew_0_a_id=352149

Sunday, November 15, 2009

Die Krepparuine

Seit Wochen schon habe ich vorgehabt, die Krepparuine zu besuchen - heute war es soweit.

Sie liegt ein Stück von der Straße weg, mitten in einem grasüberwachsenen Lavafeld, wie eine schöne Tote, die man vergessen hat zu bestatten, und die der Nordwind nun konserviert.
Es hat den Anschein als seien die Arbeiter nur für ein paar Tage fortgegangen, im Keller fand ich Werkzeug, Kaffeetassen und eine geöffnete Milchtüte, auf einem großen Tisch lagen sämtliche Baupläne der einsamen Schönen ausgebreitet - "sieh her, was ich werden sollte, damals, als es noch Goldstücke vom Himmel regnete, als wir Geldmänner die Größten waren und als nichts unmöglich erschien ..."

Doch das Gold der Geldmänner war zu Plastik geworden weil sie es anderen weggenommen hatten. Und niemand kommt zurück, um der schönen Toten ein Gewand anzuziehen.
Kreppa, die Krise, hat eisigen Wind durch die kahlen Betonwände geblasen, hat ihnen das Leben ausgesaugt und nur die Hülle im goldenen Herbstgras zurückgelassen.
Eine Hülle, die sich zu jeder Tagszeit scharf und unübersehbar gegen den Horizont abzeichnet, und die Schmerz in das Herz eines jeden sät, den kreppa unverschuldet zu Boden geschleudert hat.

Die kahle Schöne bleibt Mahnmal für menschliche Hybris und Größenwahn des Jahres 2008.




































Der Tag als der letzte Hammer fiel? 16.Oktober 2008



Friday, November 13, 2009

Mittelalterliches



Dieses Wochenende wohnt eine Herde Elefanten in unserem Haus. Sie kommen nur selten, aber wenn sie da sind, zeigen sie mittelalterliches Verhalten. Sie knallen Türen, schieben Kanonenkugeln durch ihre Wohnung und braten merkwürdige Dinge solange bis der letzte Hauswinkel danach riecht. Ich bemühe mich um Contenance und hoffe, daß sie am Sonntag weiterziehen ...
Solange kann man sich die Zeit mit Stricken und Lesen vertreiben - beim Arbeiten falle ich nämlich immer wieder vor Schreck vom Stuhl, wenn sie eine Tür öffnen.

Mangels TV und Zeitschriften bin ich eifriger Spiegel-online-Leser geworden und fand dies mittelalterliche hier:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,658389,00.html
Hübsch, womit Männer sich so die Zeit vertreiben ;-)
Besonders gefällt mir das hier:
"Friesen kommen den mittelalterlichen Tjost-Pferden in Aussehen und Charakter am nächsten", sagt er. "Sie versuchen zwar gelegentlich, ihren Reiter umzubringen - aber eigentlich nie mehr als einmal am Tag."

Ansonsten herrscht hier im Süden Islands ein mittelalterlicher Sturm - man gewöhnt sich an vieles, sogar an den blöden Wind, aber heute hatte ich wirklich keine Lust, mehr als einen Jungpferdespaziergang und das tägliche Pferde-rein-füttern-raus zu unternehmen.

Für kommende Woche ist auf www.vedur.is allerdings strahlendes Sonnenwetter angekündigt. Ich schaue nicht täglich das Internetwetter - wozu? Noch was, was ich mir abgewöhnt habe.
- Das Wetter ist unbestechlich,
- man zieht eh immer eine warme, wasserdichte Jacke an,
- in Island plant sowieso kaum jemand irgendwas,
..... also kann man sich auch überraschen lassen und nehmen was kommt. Aber ganz manchmal bin ich eben doch neugierig.

So bringt der November also angeblich Sonne, und mein Scheckenpferd wird mit mir den ein oder anderen Kilometer laufen, obs ihm passt oder nicht.
Seinem Rücken passt es sogar ziemlich gut - den Rest machen wir passend. ;-)

Wednesday, November 11, 2009

Weibliches und männliches

Diese Hügel sind mir gestern begegnet, als ich ein ziemlich bockiges Scheckpferd neben mir hatte. Aber Schecki scheint Fotokünstler zu sein, denn wenn ich fotografieren will,bleibt er immer brav stehen und wartet (ohne zu fressen), bis ich fertig bin mit meinem Getue.

Ich mag dieses Bild und frage mich, ob es sich verändert, jenachdem, welche Hormone es betrachten.
Was sieht eine Frau? Zauber, Magie, Elfen? Nebel, Herr der Ringe ...
Und was sieht wohl ein Mann instinktiv?
- Gras
- lauter Brüste - das Paradies!
*g*


So ähnlich muss sich wohl heute jemand vorgekommen sein, den ich im Schwimmbad traf.
Normalerweise bin ich immer mittags dort, heute fuhr ich mal abends schwimmen, dann sieht man auch Menschen, zumindest im vorbeischwimmen.
Einer von ihnen, um die Ende 50??, entschuldigte sich allen Ernstes (erst auf isländisch, dann auf englisch) - ich hatte mich gerade im hotpot zum entspannen niedergelassen - das sei nicht persönlich gegen mich daß er jetzt gehe, er habe sich halt vorgenommen, um 7 zu gehen. Ich gucke ihn konsterniert an und er lächelt und wiederholt, ich solle es bitte nicht persönlich nehmen, ja?
N-nein. Natürlich nicht.
(auch drei Meter vor mir sehe ich kaum sein Gesicht weil ich ohne Brille so blind bin. 'Natürlich nicht' fällt mir natürlich auch nicht auf isländisch ein)
Ehrlich - sowas ist mir in Deutschland noch NIE passiert.
(und mein Busen war unter Wasser *ggg* - der kanns nicht gewesen sein)
Im Paradies wähnte sich dann jemand anders: eine junge Frau betrat die Umkleide, im Schlepptau einen Jungen. Ich schätze ihn auf 5 Jahre.
Ich war ja schon angezogen, die meisten anderen Damen nicht (in Island ist alles offen, alles nackt und man wäscht sich unter der Dusche, bevor man ins Schwimmbecken steigt).
Das Gesicht des kleinen Jungen war zum Niederknieen - soooooviele wackelnde Brüste und nackte Popos auf einmal!!! Ihm liefen die Augen schier über, und mir schoß durch den Kopf, wenn der kleine Kerl später mal als großer Schriftsteller reüssiert, wird dieser Abend sicher blumig und ausschweifend in seinen Kindheitserzählungen auftauchen ...

Tuesday, November 10, 2009

Mehr Licht

Heute Morgen jagte mich das Licht aus dem Haus ... kitsch as kitsch can.
Nein - kein Kitsch.
Tut der Seele gut.








Monday, November 9, 2009

Lichtspiele

Seit zwei Tagen regnet es mit nur wenigen Pausen. Heute fand die Pause zum Glück statt, während ich im Schwimmbad meine Bahnen zog, was ich inzwischen dreimal die Woche tu, weswegen meine Hosen zu schlabbern beginnen - ein Phänomen, welches Männern Angst einjagt und Frauen frohlocken lässt: man muss nämlich irgendwann neue Hosen kaufen. *g*

Ich habe gelernt, mich vom Wolkenbild nicht trügen zu lassen.
Selbst wenn im Osten blauer Himmel ist, tut man gut daran, den Westhimmel im Auge zu behalten und es ist ein echter Anfängerfehler, ohne wasserdichte Jacke nach Reykjavik zu fahren. Mit fortschreitendem Winter sollte man auch immer einen Galli (Thermooverall) im Gepäck haben - schließlich weiß man nie, wo man mit seiner Karre liegenbleibt und wie lange man auf Hilfe warten muss. Daß wir hier in der Wildnis leben, vergisst man leicht.

Aber als alte Rheinländerin kann ich mit Regen, Dauerregen, Suizidalregen, mit Kackwetter, Scheißwetter und Sintflut umgehen.
Island hat das alles auch - mit dem Unterschied, daß es eine Insel ist und sich von irgendwo immer ein Wind engagieren lässt, der mal für eine halbe Stunde für blauen Himmel und Regenpause sorgt ... bevor es dann weiterregnet.
Insofern bin ich bestens gerüstet, theoretisch wie emotional.
Klamottentechnisch noch nicht so ganz, aber auch das lässt sich relativ einfach lösen, outlets sei Dank. Mein Lieblingsoutlet: Cintamani, gegenüber von IKEA.
Und einen megagünstigen Galli habe ich auch schon im Visir. Bisher fehlte nur der Grund, ihn anzuschaffen.

Mehr Spaß würde sowas zu zweit machen, aber ich will mal nicht anspruchsvoll werden. Außerdem lernt man so, sich auf isländisch durchzuschlagen. Ich verstehe immer mehr, obwohl ich nichts wirklich "lerne" und auch keinen Lehrer habe. (zumindest aber einen online-isländisch-Kurs gefunden ... Projekt für dunkle Wintertage?)
Heute fragte der Bademeister mich, ob ich lieber einen Schrank oben oder unten haben wolle. Beim zweiten Versuch hatte ich jedes Wort verstanden. Bloß eine Antwort konnte ich ihm nicht geben und so habe ich ihn angestrahlt und die Schultern gezuckt. Und bekam einen Schlüssel für oben. (letzte Woche wollte er mir einen für die Männerumkleide unterjubeln. Im Nachhinein ... lustige Idee *g*)

Bei so viel Wasser auf einmal muss man sich an den schönen Bildern der Tage davor hochziehen:
In der Abenddämmerung gibt es bisweilen so unfassbar unechtes Licht - hier hat die Digitalkamera nicht etwa rumgesponnen (was sie bisweilen tut) sondern in echt abgespeichert.



Und Elfen haben wir ja auch im Dorf.
Sie wohnen am Bach, wo heißes Wasser fließt, und abends kommen sie mit der Dämmerung übers Wasser und umfangen die Bäume zärtlich und mit hundert Fingern. Und ich warte darauf wann dieser Baum endlich weich wird und zu ihnen in den Bach sinkt *g*
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann turteln sie noch heute.


Apropos romantisch:
An der Kasse von Bonus fielen mir heute isländische Liebesromane auf.
Also - dagegen sind deutsche Julia-Romane ja öde-frigides Omazeug.
Ob man damit isländisch lernt? Allein die Cover sind schon Vroni-verdächtig .... vielleicht traue ich mich beim nächsten Mal einen mitzunehmen.
Sowas zu kaufen ist doch fast so peinlich wie Kondome kaufen, oder?
*g*
Kaupa eda ekki kaupa?

Saturday, November 7, 2009

Abendjob

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Fotos posten soll.
Zartbesaitete Seelen mögen sie einfach übersehen - sie sind keinesfalls voyeuristisch gemeint. Sie wurden mit Respekt aufgenommen.
Vor zwei Tagen wurde beim Nachbarn ein Pferd zerteilt. Es stammte vom eigenen Hof und war im Schlachthaus geschlachtet worden. In vier Teilen lag es auf der Rampe des Dodge (Kopf und Hals verbleiben offenbar im Schlachthaus.
Die beiden Hinterbeine wurden an die Decke gehängt, um besser schneiden zu können. Ein wenig bizarr mutete schon an, daß die Aktion in der Garage stattfand, zwischen Rasentraktor und aufgebocktem Opel, zwischen Lackdosen und Winterreifen ...







Die Speckschicht hat mich fasziniert. Das Pferd war eine "fat mare" gewesen, und das war keineswegs ein Problem: ich lernte daß das Fett das Beste an der ganzen Sache sei. Pferdefett ist cholesterinfrei und liefert prima Energie.











Friert man fettiges Pferdefleisch einfach so ein, verändert sich das Fett, irgendwelche Ester werden gebildet und das Fleisch nimmt einen merkwürdigen Geschmack an. Außerdem braucht man natürlich einen Tiefkühlschrank von gigantischem Ausmaß.
Einfacher ist es daher, das Fleisch wie in früheren Zeiten einzupökeln. Dazu wird Fischsalz, normales Salz, Zucker und Salpeter nach einem Rezept gemischt, und die kleingeschnittenen Fleischstücke in Tonnen mit dem Salz bedeckt. So hält sich das Fleisch und bekommt zudem einen typischen Geschmack (auf den ich mal gespannt bin)









Für mich war es eine lehrreiche Erfahrung, drei Stunden lang Fleisch kleinzuschneiden, ich hatte noch nie zuvor mit solchen Fleischmassen zu tun gehabt. Die Arbeit war auch abstrakt genug, zu keinem Zeitpunkt hatte ich ein Problem damit, was ich da tu, daß es ein Pferd ist was wir da zerschneiden.
Das Verhalten der beiden Männer war vorbildlich. Keine dummen Witze, kein Gefrotzel, sie taten schweigend und voller Respekt ihre Arbeit.